Menschen die Bewegen

Menschen die Bewegen

Der Literatuverein Lesewelt startet im Jubiläumsjahr (10 Jahre) mit einer der ganz großen Künstlerinnen Tirols und Österreichs. Im Rahmen unserer im letzten Jahr gestarteten Reihe „Menschen, die bewegen“ dürfen wir Julia Gschnitzer bei uns begrüßen. Sie spricht mit dem Schriftsteller Alois Hotschnig über ihre großartige Schauspielkarriere und Ihr Leben. Eine Reservierung zu dieser Veranstaltung möchten wir Ihnen ans Herz legen.

„Als Charakterdarstellerin hat Julia Gschnitzer herausfordernde Frauenrollen gespielt und die Schauspielkunst in ihrem reichen Künstlerleben zur höchsten Entfaltung gebracht“, begründete Landesrätin Beate Palfrader die Entscheidung der Jury im Rahmen der Verleihung des Landespreises für Kunst in Tirol 2014.

Julia Gschnitzer
Die Grande Dame des heimischen Schauspiels wurde­ am 21. Dezember 1931 in Innsbruck geboren. Schon in Kindestagen wusste sie, dass Schauspielerin ihr einziger Beruf sein könne und sie hat ihr Leben mit aller Konsequenz dieser Berufung untergeordnet. Sie debütierte 1951 am Tiroler Landestheater­, wo sie bis 1954 engagiert war. Gastspiele führten sie an das Theater für Vorarlberg nach Bregenz. Anschließend wechselte Gschnitzer in die Schweiz. Ab 1959 war sie vor allem auf Wiener und Salzburger Bühnen zu Hause, aber auch am Neuen Stadttheater in Bozen.

Große Frauenrollen
Über 30 Jahre verkörperte Julia Gschnitzer große Frauenrollen, unter anderem Frau Flamm in Gerhard Hauptmanns „Rose Bernd“ (1979/80), Marthe Rull in Kleists „Zerbrochenem Krug“ (1980/81), Mrs. Peachum in der „Dreigroschenoper“ (1987/88), Maria in Turrinis „Josef und Maria“ (1991/92), die Mutter in „Mutter Courage“ von George Tabori (1995/96), die Großmutter in Horvaths „Geschichten aus dem Wienerwald“ (2000) und die Mutter in Thomas Bernhards „Am Ziel“ (2002). Bekanntheit erlangte sie auch durch ihre Film- und Fernsehauftritte: Als Franziska Jägerstätter in Axel Cortis Film „Jägerstätter“, als Frau Vejvoda in „Ein echter Wiener geht nicht unter“, als alte „Nanne“ in Peter Ruzowitzkys „Siebtelbauern“ und in vielen weiteren Rollen. In den letzten Jahren wirkte sie unter anderem in folgenden Filmen mit: „Die Wand“ (2012), „Der stille Berg“ (2014) und „Luis Trenker – der schmale Grat der Wahrheit“ (2015). Ab Sommer 2013 war Julia Gschnitzer als Jedermanns Mutter im neuen Jedermann erstmals bei den Salzburger Festspielen zu sehen.

 Julia Gschnitzer wurde 1989 zur Kammerschauspielerin ernannt und ist Trägerin des Silbernen Ehrenzeichens der Stadt Wien, des Karl-Skraup-Preises, des Ehrenzeichens des Landes Tirol, des Ehrenzeichens für Kunst und Kultur der Stadt Innsbruck, des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien und des Ehrenbechers der Stadt Salzburg.

 

Im August 2016 kündigte Gschnitzer ihren Abschied von der Bühne an.

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